Zensur: SPD-Politikerin plädiert für europaweite Web-Sperren
Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb plädiert für die europaweite Einführung der gefährlichen Web-Sperren, die Heise.de-Meldung zeigt auf, dass die jetzigen Möglichkeiten bereits viel wirksamer als Web-Sperren sind. Für die Bekämpfung von Kinderpornografie sind statt Web-Sperren Maßnahmen auf anderen Ebenen nötig.
Zitat aus der Heise.de-Meldung: Zensur: SPD-Politikerin plädiert für europaweite Web-Sperren:
Sachsen-Anhalts Justizministerin Angela Kolb (SPD) hat sich für eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen Kinderpornografie ausgesprochen. Web-Sperren gegen Kinderpornografie, wie sie der Bundestag am Donnerstag beschlossen hat, sollten in allen EU- Staaten eingeführt werden, sagte die Ministerin im Gespräch mit dpa in Magdeburg.
In der Meldung heißt es weiter unten:
Diesen Ansichten dürften aber nicht alle Experten zustimmen. So führte ein Schlag gegen Online-Kinderpornos in Italien gerade zu einem Server in Deutschland, wie die italienische Polizei am heutigen Samstag bekannt gab. Und auf der finnischen Kinderporno-Sperrliste etwa sind größtenteils in den USA gehostete Inhalte geführt, gefolgt von Australien, den Niederlanden und Deutschland. Zudem ergaben Tests, die sowohl die Kinderschutzorganisation Carechild als auch der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur durchführten, dass sich auch kinderpornografische Internetangebote im Ausland relativ einfach aus dem Netz löschen lassen.
Wirksame Maßnahmen
Unter einer "stärkere(n) grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen Kinderpornografie" verstehe ich keine gefährlichen Web-Sperren, sondern u.a. folgendes:
- Weltweiter Ausbau der Prävention.
- Weltweiter Ausbau von Hilfsprogrammen für Missbrauchsopfer.
- Weltweiter Ausbau der Ausstattung der Sozialbehörden zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch in Familien.
- Weltweites Verbot der Produktion, Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie.
- Weltweite Löschung von Kinderpornografie auf Internetservern innerhalb von maximal 12 Stunden durch den Austausch mit Informationen zur Prävention direkt auf den Servern.
- Weltweiter Ausbau der internationalen Zusammenarbeit zur Strafverfolgung von Tätern.
- Weltweiter Ausbau der IT-Ausbildung der Justiz und Polizei zur Strafverfolgung im Internet.
- Weltweiter Ausbau der IT-Ausstattung der Justiz und Polizei zur Strafverfolgung im Internet.
- Weltweiter Ausbau der Kommunikation zwischen Regierungen und Fachleuten aus den Bereich Missbrauch von Kindern.
- Weltweiter Ausbau der Kommunikation zwischen Regierungen und Fachleuten aus dem IT-Bereich.
Siehe auch Kindesmissbrauch -- Mitten am Rand mit wirksamen Beispielen zur Verhinderung von Kindesmissbrauch.
